Chronik der Kirchen in der Kirchgemeinde Tarnow

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Tarnow
Tarnower Hufen


Boitin




Karcheez


Gross Upahl


 

 

                                                               
Die Kirche zu Tarnow im Jahre 2002


Tarnow :

Tarnow liegt zwischen den Städten Güstrow und Bützow bzw. ca.50 km südlich von Rostock . Tarnow bedeutete  ehemals "Dornenort" , da der Ort früher von dichten Dornenhecken umgeben war.

 

Das Kirchdorf Tarnow.

 Im Jahre 1233 gibt es bereits eine Kirche in dem zum bischöflichen Stiftslande gehörenden Dorfe, über welche das Kloster Rühn das Bannrecht erhält. Zwanzig Jahre später begegnet uns dort Johann Spre als bischöflicher Vasall, der seine Frömmigkeit durch Schenkung einer Hufe in der Tarnower Feldmark an die eben erst gestiftete Bützower Kollegiatkirche bestätigt.

Auch die Bützower Burgmannen Babbe erwerben dort Grundbesitz, desgleichen in späterer Zeit die Mallin, von Bülow und von Preen. Im Jahre 1581 zählen dort die von Bülow und von Preen je fünf Untertanen, während der Bischof einundzwanzig Bauleute und zehn Kossaten[1] hat. Die Ablösung der Bülowschen (Prüzen) Anrechte an Tarnow durch die herzogliche Kammer erfolgt erst im Jahre 1767. Von den Geistlichen des 14ten Jahrhunderts sind uns drei Namen überliefert, der des Rektors Hartwig um 1325, des Vizerektors Heinrich Parum um 1358 und des Rektors Johann Pohl, der 1363 bereits verstorben ist. Um 1524 ist Nikolaus Gaulike Kirchherr, 1542 Paschen Laitzke, 1558 Joachim Ruge und von 1591 bis 1610 Nikolaus Lindenberg.

Damals wird eine Kapelle zu Mühlengeez als zur Tarnower Kirche gehörig genannt, sonst aber, heißt es, habe sie kein Filial. Im Kirchenvisitationsprotokoll von 1620 aber wird von der Mühlengeezer Kapelle gesagt, sie sei verfallen. Dafür aber bedient nun der Pastor Georg Lehmann, der seit 1610 im Dienste ist, die Kapelle zu Prützen, die heute noch zu Tarnow gehört.

1639 tritt Johann Krug (Krüger) an Lehmanns Stelle, der 1642 wegen schwerer Krankheit die Kirchen -Visitation versäumen muss. 1643 folgt Johannes Engel, der 1653 nach Bützow versetzt wird. Diesem folgt Laurentius Holste (gest.1680), der die Gemeinden zu Tarnow, Boitin und Prützen versorgt. 1661 folgt Georg Maass, der 1710 gemütskrank wird, 1712 Johann Gregor Lange, 1754 Pastor Burmeister und 1778 Johann Christoph Plath (gest.1812) S. Walter a. a. C. ?

Die Kirche zu Tarnow gehört zu den wenigen zweischiffigen Backsteinkirchen des Landes, in denen Männer und Frauenseite durch eine Pfeilerreihe von einander getrennt sind. Im Osten schließt die Kirche glatt ab, so dass Chor und Gemeindehaus zusammen einen Bau auf der Grundlage eines Rechteckes darstellen. Im Westen ein Turm, der im unteren Teil aus Feldsteinen, im oberen aber aus Backsteinen aufgebaut ist und einen niedrigen vierseitigen Pyramidenhelm trägt. Die spitzbogigen Fenster der Kirche sind teils dreiteilig, teil zweiteilig. Die beiden Schiffe der Kirche sind mit je vier Kreutzgewölben gedeckt.

Der Altaraufsatz ist ein gut erhaltenes Triptychon spätgotischer Zeit. Im Mittelschrein in geschnitzten Figuren der gekreuzigte Heiland, links die heilige Maria und Johannes Baptista, rechts der heilige Johannes Evangelista und die heilige Katarina. Im linken Flügel (vom Beschauer her) eine Annaselbdritt – Gruppe, die heilige Barbara und die übrigen sechs Apostel.


 

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Die Außenflügel des Werkes sind mit Malereien aus der Leidensgeschichte bedeckt. Oberhalb des Altars ein guter Triumphbogen – Kruzifixes.Vor dem Altar ein alter Granittaufstein. In der Kirche befindet sich das Bildnis des Pastors Laurentius Holstius (s.o. geb.1615, gest.1680). außerdem ein auffallendes Bild, dessen Grund aus Prismen so zusammen gestellt ist, das man von der einen Seite den Tod mit der Inschrift  Nos Perimus und von der anderen Seite den auferstandenen Herrn mit der Inschrift Ego Vivo sieht. Nicht bloß die durch die ganze Kirche durchgehende Orgelbrüstung, sondern auch andere Emporen in der Kirche sind mit gut und schlecht gemalten Bibelbildern geschmückt.Im Turm drei Glocken. Die Größere (Dm.1,20m) hat die Inschrift: O REX – Glorie – XPE. VENI – GUM – PACE. ANO. DNI. MGGGLXXXXIX  IN DIE:  BARNABE. APLI.Dazu das nebenstehende  Gießerzeichen des Rickert von Mönkehagen.Die zweite Glocke (Dm. 1,21m) ist ohne Inschrift und Gießerzeichen.

Die kleine Glocke (Dm. 0,38m) hat die Inschrift: LANGE. PASTOR  Gegossen? N. P. LOFBERG  Güstrow 1751. Kleinkunstwerke: 1. Silbervergoldeter gotischer Kelch auf  sechsseitigem Fuß, mit einem aufgenieteten Kruzifixes als Signaculum und mit den drei ebenfalls aufgenieteten Wappen der Bülow, Lützow und Restorf. Am Knauf in Spiegelschrift die Buchstaben des Namens SVSEHI.  Zwischen den Rotuli  jedes Mal ein bärtiger Christenkopf, und um den Schaft Verzierungen mit Rosetten, Ranken usw.  Treffliche Arbeit des 15  Jahrhunderts. Keine Werkzeichen, Patene fehlt. 2. 3. Silberner Kelch auf sechsseitigem Fuß mit besonders großer Kupa. Auf dem Fuß die Inschrift:  Disen Kelch voret jyrgen efert und seine Havsfravw Margarete Stoffers zu Tarnow in der Kirchegen und kein ander wegen zu gebravgen  anno 1651, Keine Werkzeichen. 4. Zinnener Kelch mit der Marke des englischen Zinns und  dem Güstrower Wappen als Stadtzeichen. 5. Zinnerne Patene mit Bützower Wappen als Stadtstempel und den nebenstehenden Meisterstempel. 6. Kleiner zinnener Kelch mit undeutlichen Güstrower Stempeln. Neu: Kranken – Kommuniongerät von Sy. u. Wagner-Berlin, eine kreisrunde silberne Oblatendose und silberne Weinkanne, gestiftet von J.M.von Rodde Zibühl 1853. (von Friedeberg – Berlin), Taufkanne und Taufschale, zwei zinnerne Leuchter mit dem Güstrower Stadtstempel und dem nebenstehenden Meisterstempel  des Zinngießers F. Bechlin, sowie zwei von Pastor Rehwold zur Erinnerung an seine Gattin Emma 1873 gestiftete neusilberne Leuchter.  

Abgeschrieben aus dem Hefter Nr. 20, Archivsignatur II. 3. aus dem Tarnower Pfarrarchiv.

Tarnow den 20. Sep. 2004 von Heinrich Mauck


 

[1] Leute mit wenig Land, heute auch Büdner

 

 

Laut Protokoll der Kirchenvisitation von 1558 befinden sich in Tarnow 4 Pfarrhöfe und 48 Bäuerliche Hufen . Die 48 Hufen waren um 1581 auf 30 Bauern verteilt . Nach dem 30 jährigem Krieg (Verzeichnis 1704) war das Dorf auf 23 Hufen geschrumpft die um 1751 von 15 Hauswirten bewirtschaftet werden . 1778 bestehen noch 21 Bauernstellen plus Erbschmiede , Förstergehöft und Ziegelei. 1704 zählte man  wieder 213 Einwohner , 1819 bereits 547 und 1855 sogar schon 727.

Um 1853 begann in Tarnow dann die Vererbpachtung , welche mit einer teilweisen Neuaufteilung der Flächen einher ging , was zur Folge hatte , das einige Ausbaugehöfte entstanden . Dadurch entstanden im Ort neue Häuslereien und Büdnereien sowie eine Molkerei und eine weitere Mühle.

Sagen : -siehe Risse in Kirche Boitin und Dachfirst von Tarnow

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Boitin :

 
Boitin liegt ca. 13 km südwestlich von Bützow entfernt. Die alte Dorfkirche wurde Ende des 13. Jahrhunderts bzw. Anfang des 14. Jahrhunderts auf Granitfundamenten errichtet. 

 

SAGE: "Warum die Kirche zu Boitin Risse und keinen Steinturm hat"

 Als im 12. und 13. Jahrhundert die Heere der Deutschen plündernt und mordent in das wendische Land östlich der Elbe eindrangen, kamen mit Ihnen auch deutsche Priester und Mönche. Diese versuchten die Wenden gewaltsam zum Christentum zu bekehren. Sie zerstörten ihre Heiligtümer und errichteten an ihrer Stelle Kirchen und Kapellen. So wurde auch auf dem Heiligtum des Wendengottes Boyta zu Boitin eine Kirche erbaut.

Da berieten die Wendengötter , wie sie der Ausbreitung des Christentums Einhalt gebieten könnten. Sie kamen überein , dass die Kirchen wieder zerstört werden müssten. Darauf hin verhandelte der Wendengott Goderac mit dem Riesen Steinef , der in der Boitiner Heide hauste. Dieser erklärte sich bereit die Kirche zu zerstören. Sein Zerstörungswerk wollte der Riese vom Kauberg und Boytaberg aus beginnen. Hier hatte er sich zum Fangballspielen die gewaltigen Findlinge des Boitiner Steintanzes zusammengetragen. Nach mehreren Fehlwürfen - die Steine fielen in den Boitiner See - traf der Riese den Boitiner Kirchturm. Dieser wurde völlig zerstört und auch die Kirche bekam mehrere Risse. Deshalb mussten später an der Südseite die beiden Srtebepfeiler errichtet werden.

Mit der Zerstörung der Kirchen in Tarnow und Zernin hatte er weniger Erfolg. Die Kirche in Zernin traf er gar nicht und in Tarnow beschädigte er nur den Dachfirst. Über diesen Misserfolg war er so erbost , dass er sich in die Bannkuhle , eine Senke in der Nähe des Steintanzes , stürzte. Sein Sturz erschütterte die Erde so stark, dass sie aufriss und das Dorf Dreetz für immer verschlang. (Nach: Gorny, in A.Müller , "Der Streit um die Steinkreise von Boitin, MS 1988, S6f)

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Karcheez :

 
Das Dorf Karcheez liegt etwa 9 km von Güstrow entfernt , unmittelbar an der B 104 und in direkt am Karcheezer See. Der Ort wurde 1234 erstmalig erwähnt. Zu dieser Zeit gehörte das Dorf dem Bischof von Schwerin

Im Kirchturm befinden sich zwei Glocken, welche 1861 in Wismar umgegossen wurden.

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Gross Upahl :
Das Dorf Groß Upahl liegt inmitten eines Landschaftsschutzgebietes , umgeben von Wald und Wiesen. Es ist ca. 16 km von Güstrow entfernt und wurde erstmals 1263 erwähnt

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Kloster Rühn :
 

Überblick zur Geschichte des Bendiktinerinnen - Nonnenklosters Rühn

Mitten im Stiftsland der Schweriner Bischöfe liegt der Ort Rühn im Landkreis Güstrow. Zur Erklärung des Ortsnamens wird der slawische Personenname Run herangezogen: ein Hinweis auf eine frühe Entstehungszeit dieser Siedlung.

Die landschaftlich schöne Lage abseits der großen Durchgangsstraßen prägt noch jetzt das Dorf und lässt etwas von der klösterlichen Stille im Mittelalter erahnen.

In seltener Vollständigkeit sind uns Abschriften und Original - Urkunden aus der Gründungszeit des Klosters erhalten geblieben. Sie erzählen von den langjährigen Bemühungen um die Gründung und den ersten Schritten zur allmählichen Selbständigkeit.

Über die Anfänge berichtet Erzbischof Gerhard II. von Bremen, dessen Autorität die "Slawenbistümer" Lübeck, Ratzeburg und Schwerin unterstellt waren, im Jahre 1233 in einer Urkunde: "... die Fundation des Jungfrawen - Closters Rune (ist) so vom ersten Bischoffe zu Zwerin, Bernone, wol angefangen, aber von seinem Successore Brunwardo zu werck gericht worden ..."

Bei der Bestätigung des Rühner Klosters 1239 durch den Schweriner Bischof ·Friedrich geht dieser auf die Ursachen der Gründung ein:

Er (Bischof Brunward) sei auch zu anrichtung des Closters verpflichtet gewesen, weil mit solchem Anhange und bescheide das land Buzhiowe der Kirchen oder Stiffte Zwerin gegeben worden, das der Bischoff ein Closter darin bawen solte". Wir können aus diesen urkundlichen Mitteilungen auf ein Versprechen schließen, das der erste Schweriner Bischof Berno (1158-1191) bei der Übernahme des Stiftslandes (1171) ablegte - nämlich ein 

Kloster in demselben zu errichten. Aus den späteren Urkunden geht hervor, dass er damit wohl auch begonnen haben wird. Doch die widrigen Zeitverhältnisse ließen die Gründung über das Stadium der Vorbereitungen nicht hinauskommen: Kriegszüge und Slawenaufstände verunsicherten Norddeutschland, der Tod des slawischen Landesfürsten Pribislaw (1178), die Vernichtung des ersten mecklenburgischen Zisterzienserklosters Doberan (1179), die Entmachtung Heinrichs des Löwen (1181) und endlich der Tod Bischof Bernos (1191) mit den jahrelangen Zwistigkeiten um seine Nachfolge ließen nicht an die Gründung einer neuen monastischen Niederlassung denken.

Erst nach der späten Stabilisierung der Verhältnisse im ersten Drittel des 13. Jh. konnte Bischof Brunward das Versprechen seines Vorgängers Berno einlösen, gedrängt durch die Forderungen der Landesfürsten. Diese willigten 1232 zu einer Landschenkung von 100 Hufen ein "... also das in dem selben Lande noch ein Closter vor Canonico oder vor Nonnen uffs new gebawet ... werden muge ..."

1233 bewidmete Bischof Brunward von Bützow das neue Kloster "... das sein Vorfar Berno ein Nonnencloster in Buzhiowe angefangen, aber wegen einfalss der Wenden und anderer Vorhinderungen nicht volnbracht (habe). Derwegen er solchs zu Rune zu wercke gericht und das Closter mit nachfolgenden Dorffern vnd hebungen bewidemet und dotiert hat, alss mit dem dorffe Rune, Pyaceke (Peetsch), Nienhagen bey Rune, Brunit (Bernitt), mit dem Hagen Altona (Moltenow), Duzcin (Tessin), mit dem langen Hagen so von Duzcin gehet nach    Glambeke werts (Hermannshagen) etc. Gibt auch dem Closter die Banne in folgenden Kirchen, alss:  Nienkercken , Rezhecow (Retschow), Curin , Dizcin (Tessin), Warin, Chualiz (Qualitz), Bomgarde (Baumgarten),Boytin , Tarnow , Parme (Parum), Satow, Lambrechtshagen bei Parkentin, vnd ... die Kirche zu Buxisiowe mit dem banne vnd allem rechte ... vnd eine Parre von vier dorffern, alss Rune, Pyazeke (Peetsch), Wendisch Ghiarnyn - (Zernin), Hanshagen".

In der erzbischöflichen Bestätigung dieser Klostergründung wird im gleichen Jahre die Ordenszugehörigkeit erwähnt ". . . Darin sollen sie die Regul S. Benedicti halten ..."

Mit der Einwilligung des Domkapitels von Schwerin zur Ausstattung (1234) und einem Schutz- und Confirmationsbrief Papst Gregors IX. (1235) für das neue Kloster kann die Gründungsphase als beendet angesehen werden.

Die ersten provisorischen Klosterbauten dürften bald angefangen und bezogen worden sein. Über die Herkunft der ersten Klosterfrauen ist uns nichts überliefert worden. Die benachbarten (Benediktinerinnen-)Konvente von Sonnenkamp/ Neukloster und Dobbertin kamen aus Arendsee/ Altmark bzw. Zeven/Niedersachsen. Fromme Stiftungen und Erwerbungen vermehrten schnell den Besitzstand des. Klosters, so daß die umfangreichen Bauvorhaben ohne Verzögerungen zügig vorangetrieben und noch im 13. Jh beendet werden konnten. Einen Anhaltspunkt hierfür haben wir im Datum der Ablaßverleihung anläßlich der Weihe der Marienkapelle am 21. September 1270 durch Bischof Hermann von Schwerin.

Ein Ereignis aus dem Jahre 1292 wurde selbst im fernen Lübeck aufmerksam in der Chronik registriert: "...By dersulven tyd des dunresdaghes to pinxten in der nacht, wart vorbrand dat closter to Rune van mortbernen,  davon de iuncvrowen quemen in groten schaden". Von dieser Schädigung scheint sich das Kloster jedoch    schnell erholt zu haben. Anfang des 15. Jh. wurde in Wismar nochmals nach einem Mann aus der Propstei     Rühn gefahndet, der dem Gotteshaus großen Schaden zugefügt habe.

Weitere, teils unveröffentlichte Urkunden des 15. Jh. bieten interessante Einzelheiten zur Klostergeschichte:

1401 erfolgte eine Meßstiftung "auf dem Chore zu halten".

1433 verordnete Bischof Hermann von Schwerin "um dem Ausreisen und anderen Ärgernissen und    Seelengefahr zu wehren", dem Kloster einen eigenen Beichtvater und stiftete dazu eine Vikarie am Altare Petri  und Pauli. 

1450 verkaufte Jakob Vredelandt aus Bützow für das Marienbild auf dem Chore 10 M. lüb. Rente. 1463    stiftete die Familie Koppelow ein geistliches Lehen in "Unser Lieben Frauen Kirche" am Altar der 11000 Jungfrauen. In den Jahren 1474 und 1476 erfolgten Vikarienstiftungen am Altar St. Crucis zu Ehren Gottes, Mariens, Annas, ;Andreas, Antonius, Laurentius, Katharinas, Nikolaus und Barbaras. 1498 wurde erstmals       ein Altar Philippi und Jakobi erwähnt. - Hiermit dürften wir also neben dem Hauptaltar, der wie die Kirche der Gottesmutter geweiht war, noch mindestens 4 Nebenaltäre in der Kirche gehabt haben.

Ein markantes Datum in der Klostergeschichte stellte die Übergabe des Patronats (und damit auch der  Einkünfte!) der Kirchen Frauenmark und Severin im Jahre 1264 dar.

Schon wenig später, im Jahre 1277, war Rühn in der Lage, einen Gründunskonvent für das neugestiftete Benediktinerinnen - Kloster der Altstadt von Kolberg (Kolobrzeg) zu entsenden. Dem Propst von Rühn wurde das Visitations- und Einspruchsrecht bei der Propstwahl eingeräumt. Diese Tochtergründung dürfte ein     wichtiges Indiz für die Solidität und das Ansehen des Rühner Konventes zu diesem Zeitpunkt gewesen sein.      Die Wahl unseres Klosters als Stiftungs - Konvent könnte durch die mecklenburgischen Klöster Doberan und Dargun vermittelt worden sein, die in unmittelbarer Nähe Kolbergs reichen Landbesitz hatten. Außer bei der Gründung wurde das Mutterkloster späterhin nicht wieder in der Klostergeschichte Kolbergs erwähnt, obwohl dem Rühner Propst die oben zitierten bedeutsamen Rechte zustanden.

Im fehdereichen 15. Jh. wurde selbst vor den Klöstern nicht haltgemacht. Die Übergriffe der umwohnenden Ritterschaft auf klösterliche Rechte und Eigentum konnten 1487/88 erst durch massive päpstliche Schutzbriefe zurückgedrängt werden.

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